Statuten

Im Folgenden findet sich eine Publikation von Prof. Hans Mau aus den „Orthopädie Mitteilungen“, in denen er die Statuten des ASG-Fellowships – wie sie im Wesentlichen auch heute noch gelten – im Jahre 1992 zusammenfasst:

Finanzierung

Die Billigung der österreichischen und schweizerischen Gesellschaften, auch zur Übernahme eines Sockelbetrages, lag bald vor; die Instrumentenhersteller wiesen jedoch auf ihre schlechte finanzielle Situation hin. Auch 10 größere pharmazeutische Firmen konnten sich nicht festlegen. Der Vorschlag, an orthopädische Chefärzte und niedergelassene Fachkollegen heranzutreten, wurde bald fallengelassen. Infolge weiterer Bemühungen ging Mitte 1977 die Initialzündung von der Firma Zimmer/Deutschland aus, die einen größeren Betrag in Aussicht stellte. Sie finanzierte allerdings stattdessen wesentlich das ähnlich konstruierte Chilestipendium der DGOT mit, nachdem sich durch Vermittlung Herrn MORSCHERs die AO International anfangs bereit erklärte, die jährlichen Kosten für zwei Stipendiaten zu übernehmen. Die DGDOT steuerte zunächst 15 000 DM bei, die österreichische und Schweizer Seite jeweils 4 000 DM, abgesehen von einer Selbstbeteiligung der vier Stipendiaten

Nach dieser finanziellen Absicherung gab die DGOT Ende 1977 endgültig grünes Licht, und die Statuten wurden von den damaligen Präsidenten der Gesellschaften, den Herren WITT, HOFER, SCHOLDER-HEGI und WILLENEGGER zum 1.4.1978 unterschrieben. Dies ist mithin der offizielle Beginn des Stipendiums.

Wegen der US-$-Kursschwankungen wurde bald eine Erhöhung auf 10 000 DM/Stipendiat erforderlich, und die DGOT ging mehrere Jahre in Vorlage. Nachdem die AO International auf 8 000 sFR für 3 Jahre zunächst zurückgegangen war, sprangen dankenswerterweise die Firmen Aesculap mit 10 000 DM und G. Thieme mit 3 000 DM jährlich ein. Der Differenzbetrag wird zur Zeit durch die drei Fachgesellschaften im Verhältnis 2 : 1 : 1 getragen, bis der Gesamtbetrag von 5 000 US-$ pro Stipendiat erreicht ist. Das Problem der Donatoren liegt darin, dass sie in dieser schnelllebigen Zeit im Geschäftsleben kaum mehrjährige feste Zusagen im Voraus machen können und dass ständig mit Kursschwankungen des Dollars zu rechnen ist.

Statuten, derzeitige Fassung

„Fortbildungsstipendium“

Fortbildungsstipendium der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (ÖGO) und der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (swiss orthopaedics)

  • Die orthopädischen Gesellschaften der drei deutschsprachigen Länder begründeten zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Knüpfung engerer internationaler Beziehungen ab dem 01.04.1978 ein aller zwei Jahre zu vergebendes Fortbildungsstipendium für einen gemeinsamen, etwa sechswöchigen Besuch englischer, nordamerikanischer und kanadischer orthopädischer Eliteeinrichtungen. Die Reisegruppe sollte aus zwei deutschen, einem österreichischen und einem Schweizer Kollegen bestehen.
  • Die Organisation des Stipendiums liegt in den Händen einer von den drei nationalen Fachgesellschaften aufgestellten „ASG-Stipendienkommission“, die sich derzeit wie folgt zusammensetzt:
    Leiter der Stipendienkommission: Prof. Dr. med. Heiko Reichel
    Sekretär der ASG-Fellows: Prof. Dr. med. Anke Eckardt
    Schriftführer der Stipendienkommission: Prof. Dr. med. Hans-Werner Springorum
    Vertreter der ÖGO: Prof. Dr. med. Martin Krismer
    Vertreter der swiss orthopaedics: Prof. Dr. med. José Romero
    Vertreter der DGOOC: Prof. Dr. med. Werner Siebert
    Vertreter der DGOOC: Prof. Dr. med. Joachim Grifka
    Die Kommission arbeitet in Kooperation mit dem Vorsitzenden des Exchange Fellowship Comittee der American Orthopaedic Association, der Canadian Orthopaedic Association  und der British Orthopedic Association die Reiseroute für die USA, Kanada und Großbritannien aus und bereitet die jeweiligen Aufenthalte vor.
  • Als Bewerber kommen in der Regel nur wissenschaftlich und klinisch herausragend qualifizierte Fachärzte für Orthopädie bzw. Orthopädie und Unfallchirurgie in Oberarztposition, die zum letzten Bewerbungstermin nicht wesentlich über 40 Jahre alt sind, aus Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland in Betracht. Maßgebend für das Herkunftsland eines Bewerbers ist sein gegenwärtiger Arbeitsort in einem der drei Länder. Die Bewerber sollten möglichst habilitiert sein, müssen die englische Sprache beherrschen sowie in der Lage sein, Vorträge über eigene Forschungsergebnisse in den Gastkliniken zu halten. Erwartet wird ferner soziale Kompetenz und Respekt vor den Gegebenheiten der anglo-amerikanischen Gastländer.
  • Die Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen wird regelmäßig in den Orthopädischen  Mitteilungen der drei Fachgesellschaften unter Angabe des spätesten Termins und Benennung der beizufügenden Unterlagen veröffentlicht.
  • Die Bewerbungen sind unter Beilegung eines kurzen Lebenslaufes, eines Verzeichnisses der wissenschaftlichen Veröffentlichungen, eines Vorstellungsvideos, einer Beurteilung des Bewerbers durch den Klinikdirektor bzw. Chefarzt und unter Angabe spezieller Interessen bis zum 31. Januar des jeweiligen Vorjahres an den Leiter der nationalen Stipendienkommission einzureichen. Akademischen Gepflogenheiten folgend, bewirbt sich nur ein Kandidat aus einer akademischen Einrichtung oder Klinik.
  • Die Prüfung der Bewerbung erfolgt durch die jeweilige nationale Stipendienkommission, deren Mitglieder von den nationalen Fachgesellschaften ernannt werden. Befindet sich unter den Bewerbern ein Mitarbeiter oder Verwandter eines Kommissionsmitgliedes, so scheidet dieses Mitglied bei der Auswahl der Bewerber für das Stipendium aus. Der Vorschlag der jeweiligen nationalen Kommission ist eine Entscheidungsgrundlage für die Stipendienkommission, von der nur in begründeten Fällen abgewichen werden sollte. Die gemeinsame Stipendienkommission  schlägt den Vorständen der drei Fachgesellschaften unter Vorlage der gesamten Bewerberliste je einen bzw. zwei Bewerber zur endgültigen Verleihung der Stipendien vor.
  • Die Wiederholung des Fortbildungsstipendiums ist ausgeschlossen.
  • Die Finanzierung wird von den drei nationalen Fachgesellschaften gewährleistet. Für jeden Stipendiaten stehen z. Zt. 6000,- EUR zur Verfügung. Hinzu tritt eine ergänzende Selbstbeteiligung.
  • Die Mittel können von den Stipendiaten zwei Monate vor Antritt der Reise beim Schatzmeister der DGOOC (analog der ÖGO und der swiss orthopaedics) angefordert werden. Die Summe verfällt, wenn die gemeinsame Reise nicht wie vorgesehen angetreten wurde.
  • Nach Abschluss der Reise haben die Stipendiaten die Belege beim Schatzmeister der DGOOC (bzw. der ÖGO und der swiss orthopaedics) umgehend einzureichen. Sie müssen den finanzamtlichen Bedingungen für wissenschaftliche Gesellschaften genügen.
  • Spätestens zwei Monate nach Rückkehr ist ein gemeinsamer Bericht über den Besuch der einzelnen Kliniken, über Tagungen, eigene Vorträge usw. an den Leiter der Stipendienkommission zu übermitteln. Dieser Bericht soll zur Veröffentlichung in den orthopädischen Nachrichten bzw. Fachzeitschriften geeignet sein.

(Stand: Dezember 2017)

Die Stipendien­kommission

a) Zusammensetzung

Sie bestand ursprünglich von österreichischer Seite aus Herrn ENDLER, Wien, später Herrn HOFER, Salzburg, von Schweizer Seite jeweils aus dem drei Jahre amtierenden Präsidenten der Gesellschaft, Herrn SCHOLDER-HEGI, Lausanne, Herrn MORSCHER, Basel und jetzt Herrn SCHREIBER, Zürich. Die Schweizer wünschten grundsätzlich keine Dauerbesetzung der Kommission, während der Verfassung als Kommissionsvorsitzender bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst Ende 1986 für die Vorbereitungen der Gruppenreisen persönliche Beziehungen und die Kontinuität als wesentliche Hilfe ansahen.

Sein Nachfolger wurde ab 1987 Herr EULERT/Würzburg, der vorher schon Herrn HENKEL/Lindenhohe als Sekretär im Herbst 1983 abgelöst hatte. Herr HENKEL hat sich durch seine guten Kenntnisse der anglo-amerikanischen Szene und seinen erheblichen persönlichen, selbstlosen Einsatz ganz besondere Verdienste um die Entwicklung dieses Stipendiums und die Organisation der früheren Reisen erworben. Nachfolger Herrn EULERTs als Sekretär wurde Anfang 1987 Herr SPRINGORUM, Bad Mergentheim, womit von deutscher Seite bereits zwei ehemalige Stipendiaten das weitere Schicksal des Stipendiums entscheidend bestimmen. Seit Jahren vertritt Herr TÖNIS, Dortmund, als dritter Vertreter die Bundesrepublik, zugleich auch die Interessen des ehemaligen deutsch-chilenischen Stipendiums.

b) Auswahl der Kandidaten

Die dem Kommissionsvorsitzenden aus den drei Ländern übermittelten Bewerbungsunterlagen werden allen Kommissionsmitgliedern zur Abgabe eines schriftlichen Votums zugeleitet. Auf der einmal jährlich stattfindenden Kommissionssitzung während des Baden-Badeners Frühjahrskongresses erfolgt die endgültige Auswahl, die alsbald danach durch die jeweiligen Fachgesellschaften bestätigt werden muss.

Der Wert des Stipendiums wurde anfangs von deutscher Seite nicht erkannt, und es mussten einige Klinikchefs zur Ermunterung von Bewerbungen ihrer Mitarbeiter angeschrieben werden; heute liegen jährlich zahlreiche Gesuchte vor, ein überqualifizierter Bewerber wurde bereits deshalb abgelehnt. Umgekehrt ist von österreichischer und schweizer Seite auch schon die Sorge geäußert worden, dass nicht genügend qualifizierte Bewerber aus ihren Ländern vorhanden sein könnten. Echte diesbezügliche Probleme traten bisher nicht auf. Bei annähernd gleicher Qualität musste in der Kommission nur selten formal mit einfacher Mehrheit abgestimmt werden.

Da von den Firmen und Gesellschaften jährlich beträchtliche Geldbeträge zur Verfügung gestellt werden, gründet sich die Auswahl, jedes Jahr wieder neu, in allererster Linie auf Qualitätsmerkmale, also auf die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der klinischen und Grundlagenforschung – die in den Gastländern ebenfalls auf großes Interesse stößt –, sowie die prospektiven Potenzen der Bewerber. Erst in zweiter Linie spielt die Fächerung der Interessen eine Rolle, da die Diskussion der von den Gastgebern sowie von den Stipendiaten jeweils gehaltenen, etwa 15-minütigen Vorträge verschiedene Spezialgebiete umfasst, von denen die Traumatologie in den USA besonders gefragt ist. Letztlich sollte auch eine Streuung in der Auswahl erfolgen und möglichst den Bewerbern verschiedener Kliniken eine Chance gegeben werden.

Von Anfang an erstrebte der Kommissionsvorsitzende die Aufnahme eines qualifizierten Fachkollegen aus der DDR, und zwar mit Hilfe westdeutscher, österreichischer und schweizer Stellen; die Bemühungen scheiterten jedoch an dem wiederholt auch direkt angesprochenen Hochschulministerium der DDR; erst der neue Gesundheitsminister deutete schon vor dem Umbruch 1989 eine Teilnahmemöglichkeit an, sodass dieses alte Ziel trotz mancher Widerstände in Zukunft hoffentlich erreicht werden kann. Die holländischen Fachkollegen, die die Bedeutung dieses Stipendiums sofort erkannt hatten und gern daran teilgenommen hätten, wurden im Hinblick auf die Kollegen der DDR zunächst vertröstet.

c) Reiseroute

Weil die „ACADEMY“-Tagung (AAOS), wo „man“ sich trifft, mit den sich darum herumrankenden Kongressen spezieller Fachgesellschaften das größte, interessanteste und eindrucksvollste orthopädische Ereignis des Jahres darstellt, stand der Besuch dieser immer im zeitigen Frühjahr stattfindenden Veranstaltung anfangs weit am Beginn der Rundreise, zumal hier die Möglichkeit besteht, sich bei den späteren Gastgebern vorzustellen. Da jedoch die amerikanischen Kollegen in den vorhergehenden Tagen durch ihre Kongressvorbereitungen stark in Anspruch genommen sind, wurde zeitweise der einwöchentliche Englandaufenthalt mit dem Besuch zweier Zentren an den Anfang gesetzt, zumal bei umgekehrter Reiseroute nach dreiwöchigem Besuch nordamerikanischer Kliniken – einschließlich traumatologischer Arbeitsstätten – und anschließend einwöchentlichem Aufenthalt in zwei kanadischen Zentren, sich doch Ermüdungserscheinungen zeigten.

Die Abstimmung der Reisewünsche erfolgt möglichst bald nach der Zuerkennung des Stipendiums bei einer Zusammenkunft der Stipendiaten mit Mitgliedern der Kommission, aufgrund persönlicher Beziehungen zu führenden nordamerikanischen Kollegen, besonders zu Herrn McEWEN. Bezüglich Englands bestanden besondere Kontakte vor allem zu Herrn DUTHIE, Oxford, und Herrn B. T. O’CONNOR, Oswestry. In Kanada beriet uns Herr SALTER, Toronto, später auch Herr UTHHOFF, Ottawa. Wertvolle organisatorische Hilfe verdankten wir der Exekutivsekretärin der Academy, Frau Louis STRATEMEIER. Als unermüdlicher Koordinator und „Telephonator“ während der Tour diente anfänglich Herr HENKEL, später die Sekretärin Herrn McEWENs, Wilmington.

1984 ging von Herrn MCEWEN und dem Herausgeber des J. Bone J. Surgery, Herrn P. H. CURTISS jr., als Zeichen der Anerkennung und zur Aufwertung des Stipendiums, die von uns gleich aufgegriffene Anregung aus, die Einrichtung durch lockere Anbindung an die führende AOA in den USA fester zu verankern und zu institutionalisieren, zumal dadurch die außerordentlich aufwendigen Reisevorbereitungen erleichtert und verbessert werden konnten. So wurden seit 1985 von dem damaligen, sehr engagierten Leiter des Exchange Fellowship Committee der AOA, Herrn KANE, Chicago, Besuchsvorschläge interessanter, jüngerer Persönlichkeiten, die bei uns zwar noch weniger bekannt, aber mit zukunftsträchtigen Entwicklungen befasst waren, unterbreitet, ebenso entsprechende Routen und exakte Terminierungen. Unsere Kommission koordinierte diese Anregungen mit den Wünschen der Stipendiaten um so lieber, als es zweckmäßig erschien, nicht ständig die gleichen angloamerikanischen Kollegen zu belasten, die meistens nicht nur das wissenschaftliche, operationstechnische und Demonstrationsprogramm, sondern auch die gesellschaftliche Seite teilweise aufwendig gestalteten. Vielen Zentren galt der quasi offizielle Besuch unserer Stipendiaten als Auszeichnung, was andererseits aber gelegentlich auch zu Empfindlichkeiten seitens nicht Berücksichtiger oder nicht richtig eingeordneter oder angeschriebener Departementsleiter geführt hatte.

Wir sind Herrn KANE, der uns diese gelegentlich delikate Aufgabe abnahm, um so mehr zu Dank verpflichtet, als er sich angesichts des begrenzten Reisebudgets der Stipendiaten nicht nur immer wieder um einen Erlass von Teilnahmegebühren, sondern auch um preiswerte Unterkünfte bemühte. Seither mussten wir nicht mehr um Nachlässe bitten. Sein Nachfolger wurde Herr URBANIAK und neuerdings Herr McEWEN.

Es ist nach 12 Jahren jetzt an uns, trotz der Sprachbarrieren erkenntlich zu zeigen, einen neuen Anlauf zu nehmen und die oft gezeigte Gastfreundschaft zurückzuzahlen, indem wir unsere anglo-amerikanischen Kollegen zu organisierten Gegenbesuchen herausragender orthopädischer Arbeitsstätten der drei deutschsprachigen Länder einladen. Damit würde der Einbahnstraßen-Charakter des Stipendiums aufgehoben und ein echtes Austauschprogramm institutionalisiert.

d) Vorbereitungen und Durchführung der Gruppenreisen

Das folgende Einführungsschreiben wurde mit geringen Abwandlungen zur Information an die wechselnden Präsidenten der verschiedenen Fachgesellschaften und die Gastgeber gerichtet, unter Beifügung der stets interessierenden Reiseroute.

„Mr. President:

The Austrian Society for Orthopaedics and Orthopaedic Surgery, the Swiss Society for Orthopaedics and the German Society for Orthopaedics and Traumatology have founded a joint travelling fellowship a few years ago. It is sponsored by the three Societies and A.O.-International.
It has  been instituted to give young Orthopaedic surgeons of the Germanspeaking countries a change to promote their studies in basic and clinical research y visiting outstanding Orthopaedic centres abroad, and to establish personal contacts with colleagues working in a common field. We regret that – at least so far – we have not been able to integrate collegues from Eastern Germany into the Programme.
It is the aim of this travelling fellowship to visit centres in the United States, Canada and the United Kingdom. The group usually will consist of one Austrian, one Swiss and two German collegues.
After their return they will give a report to the commission, which will be published.
The main criteria for the selection of the candidates are: A sound experience in clinical Orthopaedics, outstand contributions to basic or clinical research, a good knowledge of the English language and the capability to contribute at the centres they visit by lectures on aspects of their fields of research.
The three Orthopaedic Societies and the A.O.-International are extremely grateful for the positive response from your side in the past. They express the hope that this travelling fellowship of 6 weeks duration will be a nucleus for a fruitful and longstanding cooperation between Germanspeaking and Anglo-American collegues.
Enclosed you will find a itinerary of the group which will be sent to the respective centres together with a curriculum vitae.
Thanking your society for the cooperation, I am

Sincerely yours,
Chairman of the commission.”

Den Gastgebern wurden ursprünglich gleichzeitig auch Besuchs- und Terminwünsche, jetzt nur noch frühzeitig die Anschriften, Lebensläufe mit Bild und wissenschaftlichen Schwerpunkten der Stipendiaten zugesandt, sowie Titel und möglichst Zusammenfassungen der Stipendiaten-Vorträge, um ihnen die jeweilige – oft gedruckte – Programmzusammenstellung mit den eigenen Vorträgen und Demonstrationen zu erleichtern. Das sollte alles wegen Terminschwierigkeiten 1/2 Jahr im Voraus geschehen, um nicht in Zeitdruck zu geraten.

Schon bei dem Vorbereitungsgespräch der Reiseroute werden den vier Stipendiaten Richtlinien der Kommission mit auf den Weg gegeben, die auf entsprechenden Erfahrungen der anglo-amerikanischen ABC-Fellows, inoffiziellen Berichten der eigenen Stipendiaten und Rückmeldungen der Gastgeber beruhen: Die Gruppe soll als Botschafter ihrer Länder stets geschlossen auftreten und pünktlich, ausnahmsweise auch morgens um 7.00 Uhr, zur Stelle sein. Doppelzimmer sind in den anglo-amerikanischen Ländern besonders kostengünstig, wie sich auch ein Autotransport der Vierergruppe noch bewerkstelligen lässt. Das Gepäck sollte möglichst klein gehalten werden, auch wenn die Mitführung formeller und informeller Kleidung sowie von Geschenken anlässlich öfters stattfindender persönlicher Einladungen erforderlich ist.

Der Reisemarschall der Gruppe, sprachlich hinreichend auf der Höhe und möglichst schon reiseerfahren, muss nach genereller Zustimmung der Gastgeber alsbald mit dem oder den maßgeblichen Herren direkten Kontakt wegen genauer Termine, Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie der Unterkunft aufnehmen, um immer wieder auftretende Unsicherheiten der Gastgeber zu vermeiden. Sie machen die Einschaltung eines Koordinators nötig, der über sämtliche Termine informiert sein muss.

Nach dem Besuch sollte sich die Gruppe gleich persönlich kurz bedanken und später ein ausführliches Protokoll über alle Veranstaltungen nachreichen. Sie erleichtert damit dem Departementschef die Anfertigung des drüben oft erforderlichen jährlichen Rechenschaftsberichts und ebnet damit zugleich evtl. nachfolgenden Gruppen den Weg. Nach der Rückkehr ist für unsere Seite neben der Abrechnung die schnelle Übermittlung des offiziellen Reiseberichtes mit Foto erforderlich. Er wird nicht im offiziellen Organ der DGOT, der Z. Orthop. veröffentlicht – analog dem J. Bone J. Surgery mit seiner weiteren Ausstrahlungskraft –, sondern in unserem Mitteilungsblatt; Sonderdrucke stehen vor allem den Donatoren zur Verfügung.

Die Kommission bedankt sich ebenfalls bei den Gastgebern, die ihrerseits häufig zum Ausdruck brachten, dass sie die Auswahl ihrer Institution als Auszeichnung empfinden und von dem Auftreten unserer Stipendiaten beeindruckt wären, die sie mehrfach mit den ABC-Travelling Fellows verglichen. Der Stellenwert des ASG-Stipendiums wird drüben jedenfalls wesentlich höher als bei uns eingeschätzt. Die Stipendiaten dürfen dort als voll akzeptiert gelten.

Die einzelnen Gruppen kehrten begeistert und bereichert von den sechswöchentlichen anstrengenden Rundreisen zurück, beeindruckt auch von der vielfach überwältigenden Gastfreundschaft und persönlichen Zuwendung der anglo-amerikanischen Kollegen. Manche gegenseitige Freundschaften, nicht nur untereinander, wurden angebahnt.

ASG-Fellowkreis

Zur Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls schlossen sich die bisherigen Stipendiaten auf die Initiative Herrn SPRINGORUMs hin nach der 5. Reise im Sommer 1983 zum „Kreis der ASG-Fellows“ zusammen. Herr SPRINGORUM wurde gleich zum Sekretär gewählt, ist äußerst rührig und aktiviert die Mitglieder durch Rundbriefe. Alsbald präsentierte er ihnen, wie in den anglo-amerikanischen Ländern üblich, einen besonderen ASG-Schlips. Dieser wurde von der Firma Winthrop gestiftet, die es aus Werbungsgründen als sinnvoll ansieht, gerade in diesen herausgehobenen Kreis zu investieren.

Einmal jährlich findet während des DGOT-Kongresses ein Abendessen statt, in welchem die letztjährige Reisegruppe in Wort und Bild über ihre Eindrücke berichtet und die nächstjährigen Stipendiaten mit Hinweisen auf ihre Tour versehen werden; daneben bespricht man besondere Anliegen. So wurden die Herren SALTER und McEWEN als herausragende Förderer zu „Ehrenfellows“ ernannt, ebenso der Verfasser. Jeder Fellow soll eine Urkunde bekommen.

Anlässlich des SICOT-Kongresses 1987 in München fand unter Teilnahme zahlreicher prominenter ehemaliger Gastgeber ein äußerst gelungener „Bayrischer Abend“ statt. Schon im Herbst 1986 hatten sich die Fellows anlässlich der Sitzung des internationalen Komitees der SICOT in Tübingen erstmals mit ihren wissenschaftlichen Vorträgen in englischer Sprache, wie bei diesen Sitzungen üblich, so eindrucksvoll vorgestellt, dass sie mehrere Vortragseinladungen ins europäische Ausland erhielten, nach Schweden – mit einem Gegenbesuch in Würzburg und Bad Mergentheim –, nach Rom im vergangenen Jahr, jetzt nach Spanien. Auf den österreichischen und neuerdings auch auf unseren westdeutschen Kongressen sind die Stipendiaten mehrfach als Gruppe hervorgetreten. Es gelang ihnen auch, die Instructional Courses der Academy, die einen entscheidenden Schritt in Richtung gehobene Fortbildung darstellen, mit großem Erfolg auf den Kongressen der DGOT einzuführen; weitere Neuerungen werden von diesem aktiven Kreis angestrebt.

Aus: Orthopädie Mitteilungen 2/1991

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. H. MAU
Orthopädische Universitätsklinik
Hoppe-Seyler-Straße 3
72076 Tübingen